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Saratow fernab von Moskau und St. Petersburg, fast eine Million Menschen eine Stadt wie viele. Im europäischen Teil Russlands, umgeben von Steppe, am Unterlauf der Wolga gelegen. Knotenpunkt auf dem Weg nach Asien und Hauptstadt des Saratowskaja Oblast.
Schaut man auf die Stadt mit ihren Plattenbauten, den windschiefen Holzhäuschen, einer einzigen Einkaufsstraße, vielen Märkten und chaotischen Straßenverhältnissen, fällt es schwer sich auszumalen, wie junge Menschen hier leben. Doch eines lernt der Fremde in Russland ziemlich schnell: das Äußere vom Inneren zu trennen. Was draußen oft abstoßend wirkt, verkehrt sich spätestens in der Wärme der russischen Küche ins Gegenteil: gesellige Enge und ein gemeinschaftliches Zusammenrücken und Teilen. In diesem stabilen Gebilde wird auch deutlich, was junge Menschen in »ihrem« Russland hält. Einem Russland, in dem seit Einzug des Kapitalismus die Unterschiede zwischen den Bevölkerungsschichten ständig wachsen. Einem Russland, wo offiziell fast Vollbeschäftigung herrscht, das durchschnittliche Einkommen aber gerade einmal die Miete abdeckt. Doch irgendwie geht es immer. Was Deutschen ihre Sicherheit sein mag, ist für Russen das Träumen von einer besseren Zukunft - im konsequenten Leben im Jetzt. Was kann morgen schon passieren, wenn heute Abend doch meine Freunde bei mir sind? Die Fotografen Christoph Kniel und Ilja Mess haben dieses Lebensgefühl mit der Kamera eingefangen. Weitere Informationen zum Projekt unter www.dawaj.com |
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